UI ist nicht alles

Zum Unterschied von UX und Usability am Beispiel von SMS-Kurznachrichten

By LEON KLEMM

Am 3. Dezember 1992 verschickte der Ingenieur Neil Papworth die erste SMS (Short Message Service) mit dem Text „Merry Christmas“ von einem PC an das Orbitel TPU 901 Mobiltelefon eines Vodafone-Managers. Im Laufe des Jahrzehnts erfreuten sich die Kurznachrichten immer größerer Beliebtheit und „simsen“ etablierte sich als fester Begriff der deutschen Umgangssprache.

Doch wie ist dieser Erfolg zu erklären, wenn doch die Erstellung von Nachrichten über eine rein numerische Tastatur, welche ursprünglich nicht für die Erfassung von Text vorgesehen war, von vielen Benutzern als umständlich angesehen wurde? Hierzu ist es essentiell, Usability nicht als reine Beurteilung der Benutzeroberfläche zu verstehen. Eher muss die Benutzbarkeit eines Systems im Kontext seiner Verwendung beurteilt werden und hier erfüllte die SMS das Ziel der Benutzer vollends: Kurze Nachrichten effizient und einfach übermitteln. Die Beschränkung auf 160 Zeichen, welche man neben der Tastatur ebenfalls als Merkmal schlechter Usability aufzeigen könnte, förderte sogar diese Effizienz dahingehend, dass sich ein weitverbreitetes Netzjargon aus Abkürzungen und Emoticons entwickelte. Somit wies das System der SMS insgesamt eine gute Usability auf.

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Dieses Beispiel zeigt, dass die Betrachtung eines UI nicht ausreicht, um die Usability zu beurteilen. Zentral sind die Ziele und Aufgaben der Benutzer. Das Konzept der UX ergänzt diese funktionsbezogene Betrachtungsweise noch um emotionale Faktoren, wie Design und Ästhetik. Diese und weitere Ansprüche Ihrer Zielgruppe können den Erfolg Ihres Produktes maßgeblich beeinflussen. Durch das Testen in unserem UX-Teststudio in Mittelhessen gewinnen Sie einen umfassenden Blick auf sämtliche Faktoren der Nutzererfahrung und entwickeln somit kundennahe Produkte – abgestimmt auf deren Ansprüche an Funktion und Emotion.